Ratgeber
GRP und PpS: Reichweite von Außenwerbung berechnen
GRP und PpS sind die Schlüsselkennzahlen der OOH-Branche. Hier erfährst du, wie Reichweite bei Außenwerbung gemessen und berechnet wird.
Aktualisiert am 23. April 2026
Wer eine Werbefläche vermieten oder belegen möchte, stößt unweigerlich auf zwei Kennzahlen: GRP (Gross Rating Points) und PpS (Plakatseher pro Stelle). Diese Metriken sind das Rückgrat der Mediaplanung im Out-of-Home-Bereich (OOH) – sie machen die Reichweite von Außenwerbung messbar, vergleichbar und planbar. Dieser Artikel erklärt, was hinter den Zahlen steckt und warum sie für Eigentümer wie für Werbetreibende relevant sind.
Was ist der GRP in der Außenwerbung?
Der GRP – Gross Rating Point – ist eine klassische Mediaplanung-Kennzahl, die auch im OOH-Bereich verwendet wird. Ein GRP entspricht einem Prozent der Zielpersonen in einem definierten Markt, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit der Werbebotschaft in Kontakt kommen. Ein GRP-Wert von 100 bedeutet also, dass 100 % der Zielpersonen die Fläche mindestens einmal gesehen haben – Mehrfachkontakte inbegriffen.
Hohe GRP-Werte entstehen durch eine Kombination aus Reichweite (wie viele unterschiedliche Personen?) und Frequenz (wie oft?). Ein Standort an einer Kreuzung mit 30.000 Fahrzeugen täglich erzeugt naturgemäß deutlich höhere GRPs als eine Fläche in einer ruhigen Wohnsiedlung.
Was sind PpS – Plakatseher pro Stelle?
PpS steht für Plakatseher pro Stelle und ist die in Deutschland gebräuchlichste Einzelkennzahl für die Leistung eines Plakatstandorts. Sie gibt an, wie viele Personen eine konkrete Werbefläche an einem durchschnittlichen Tag wahrnehmen. Die Grundlage bilden Zähldaten aus Verkehrserhebungen, Fußgängerfrequenzmessungen und Mobilitätsstudien. Dabei wird nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Kontakts berücksichtigt: Wer mit 130 km/h an einem Plakat vorbeifährt, hat eine andere Sichtchance als jemand, der an einer Ampel wartet.
Wie werden PpS konkret berechnet?
Die Berechnung der PpS basiert auf mehreren Eingangsdaten:
- Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV): Fahrzeuge pro Tag auf der betreffenden Straße, gewichtet nach Fahrzeugart und Belegungsgrad
- Fußgängerfrequenz: Passanten in Sichtweite der Fläche, erfasst durch manuelle Zählungen oder Sensordaten
- Sichtwinkel und Sichtweite: Ab welchem Abstand ist die Fläche erkennbar, und wie lange bleibt sie im Sichtfeld?
- Verdeckungsfaktoren: Bäume, Schilder, Gebäudevorsprünge, die den Blickkontakt einschränken
- Sichtchancenmodell: ein statistisches Modell, das aus all diesen Faktoren die wahrscheinliche Wahrnehmung ableitet
GRP vs. PpS: Was ist der Unterschied?
Während PpS eine standortbezogene Einzelkennzahl ist, wird der GRP auf Kampagnenebene berechnet – also über alle gebuchten Flächen einer Kampagne hinweg. Mediaagenturen aggregieren die PpS-Werte aller Standorte, setzen sie in Relation zur Zielgruppe und berechnen so den gesamten GRP einer Außenwerbe-Kampagne. Für Eigentümer ist der PpS-Wert ihres Standorts die unmittelbar relevante Zahl: Er zeigt, wie attraktiv ihre Fläche im Wettbewerb der Standorte ist.
Warum sind diese Kennzahlen für Eigentümer wichtig?
Ein hoher PpS-Wert bedeutet, dass deine Fläche für Werbetreibende besonders wertvoll ist – das wirkt sich direkt auf den erzielbaren Mietwert aus. blowup-ooh ermittelt den PpS deines Standorts im Rahmen der kostenlosen Standortanalyse und nutzt ihn, um deine Fläche optimal in den Markt einzupreisen. Du profitierst von einer datenbasierten Vermarktung, ohne selbst Erhebungen beauftragen zu müssen.
Reichweite OOH berechnen: ein Praxisbeispiel
Angenommen, deine Fassade liegt an einer vielbefahrenen Stadtstraße mit 18.000 Fahrzeugen täglich, dazu eine Fußgängerfrequenz von 2.000 Personen pro Tag. Nach Bereinigung um Verdeckungs- und Sichtchancenfaktoren ergibt sich ein PpS-Wert von beispielsweise 12.000. Über eine vierwöchige Kampagne und bei mehrfachem täglichen Kontakt summiert sich das zu einem erheblichen GRP-Beitrag. Für Werbetreibende ist eine solche Fläche ein fester Bestandteil im Mediamix.
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